EU-Quellensteuer

Die EU-Richtlinie zur Besteuerung von Zinserträgen (EUSD) wurde 2005 eingeführt und ist ein Abkommen zwischen den EU-Mitgliedsländern, zwischen den Ländern automatisch Informationen über Personen auszutauschen, die in einem EU-Mitgliedsstaat ansässig sind, aber in einem anderen Land Zinsen verdienen.

Gemäß den Vorschriften zum Informationsaustausch müssen alle Finanzinstitute in einem EU-Land, die Zinszahlungen an Personen ausführen, die in einem anderen EU-Land ansässig sind, den lokalen Finanzämtern auf jährlicher Basis Informationen über die an die Personen ausgezahlten Zinsen zusenden. Diese Informationen enthalten den Namen, die Adresse, das Datum und den Ort der Geburt des/der Kontoinhaber(s), zusammen mit der Kontonummer und dem Zinsbetrag, der im vorherigen Steuerjahr vom jeweiligen Kontoinhaber verdient wurde. Jedes Finanzamt leitet diese Informationen wiederum an die Finanzbehörde im Aufenthaltsland des Kontoinhabers weiter.

Einige Gerichtsbarkeiten, darunter Österreich, entschieden sich, die EUSD anzuwenden, jedoch mit zusätzlich Übergangsoptionen, darunter der Einsatz einer ‘Einbehaltungs’-Steuer auf die verdienten Zinsen, bis von der Gerichtsbarkeit anschließend ein vollständiger Informationsaustausch eingeführt wurde. Diese Gerichtsbarkeiten haben auch Maßnahmen eingeführt, mit denen Personen sich von der EUSD freistellen lassen können.

Die Naqoda-Quellensteuer-Berechnungs-Engine unterstützt sowohl die Informationsaustausch- als auch die ‘Einbehaltungs’-Methode.